Raucherlunge: Frauen besonders oft betroffen

Raucherlunge: Frauen besonders oft betroffen

Raucherlunge. Besonders anfällig sind Frauen.

Immer mehr Krankheiten zählen in Deutschland zu den Volkskrankheiten. Zum einen werden oft Rückenschmerzen als Volkskrankheit bezeichnet. Aber auch psychische Beschwerden, wie Depressionen oder das Burn- Out- Syndrom werden gern als Volkskrankheit bezeichnet. Internisten hingegen bezeichnen gern die Raucherlunge als Volkskrankheit, denn immerhin leiden etwa acht bis 10 Prozent der Bevölkerung an diese Krankheit.

Vierthäufigste Todesursache

Wie die Internisten auf dem diesjährigen 118. Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin in Wiesbaden erklärten, sind besonders Frauen für die so genannte Chronisch- obstruktive Lungenerkrankung (COPD) anfällig. Diese Erkrankung wird durch Nikotinkonsum verursacht und geht im Laufe der Krankheit mit Atemnot, Auswurf und Raucherhusten einher. Nach aktuellen Angaben der Forscher ist die Raucherlunge inzwischen die vierthäufigste Todesursache.

Wie es weiter auf dem Kongress hieß, sind Frauen die „sensibleren Raucher“ und seien somit leichter anfällig für eine Raucherlunge. Vergleicht man männliche und weibliche Raucher, erkranken Frauen im Schnitt 10 Jahre früher an einer Raucherlunge, bei der gleichen Anzahl von gerauchten Zigaretten am Tag. Das schlimme an dieser Krankheit, eigentlich wäre sie zu 100 Prozent vermeidbar. Zwar lobten die Mediziner in Wiesbaden den Nichtraucherschutz, dennoch werden die ersten Erfolge erst in Jahren sichtbar sein.

Frühzeitig den Arzt aufsuchen

Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass sich die Fallzahlen bei Frauen in den kommenden Jahren erst noch erhöhen werden. Die meisten Menschen die an einer Raucherlunge erkranken sind jenseits der 40, so die Wissenschaftler am heutigen Mittwoch. Zwar bricht die Krankheit schon wesentlich früher aus, aber oft wird sie von den Betroffenen ignoriert. Als erstes treten Symptome wie Atemnot unter Belastungen auf, die sich im Laufe der Zeit dann häufen. Schon zu diesem Zeitpunkt sollten Betroffene einen Arzt aufsuchen, so die Mediziner.

Doch kaum ein Raucher scheint zu wissen, wie schnell sich eine Raucherlunge wieder erholen kann, wenn der Raucher es schafft, dem giftigen Qualm zu entsagen. Mit einer Zigarette nimmt der Körper nicht nur das Nikotin auf, sondern auch Teer und etwa 300 weitere Giftstoffe. Für eine Raucherlunge ist wohl der Teer der schlimmste Inhaltsstoff. Der feine Dampf aus Teer legt sich dabei über die empfindlichen Lungenbläschen.

Nach zwei Jahren ist die Lunge wieder gesund

Dadurch kann nur schwerer Sauerstoffe in die Lunge gelangen. Da sich Teer relativ schwer abhusten lässt, verdichtet jede weitere Zigarette den Film um die Lungenbläschen. Bei starken Rauchern kann sich bis zu ihren Tod bis zu 2,5 Kilogramm Teer in der Lunge ansammeln. Dennoch ist es für einen Rauchstopp fast nie zu spät. Schon nach 14 Tagen sind erste Verbesserungen zu bemerken. Der Blutdruck bessert sich und der Sauerstoffgehalt im Blut steigt rapide an. Allgemein verbessert sich die Gesundheit.

Was viele Raucher auch nicht zu wissen scheinen, das Rauchen beeinträchtigt auch den Geschmackssinn. Auch dieser verbessert sich schon nach 14 Tagen. Spätestens nach sechs Monaten bessert sich auch die Kondition des Rauchers spürbar und führt zu einem besseren Lebensgefühl. Wissenschaftler gehen davon aus, dass spätestens nach zwei Jahren der komplette Teer aus der Lunge beseitigt sein dürfte.

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